Die rechtlichen Grundlagen der Medikamentengabe

Die Medikamentengabe ist eine Leistung der häuslichen Krankenpflege. Ihre rechtliche Grundlagen sind in der Krankenversicherung in § 37 Absatz 2 Sozialgesetzbuch 5 geregelt.

 

Die Ausführungsrichtlinien werden von dem Gemeinsamen Bundesausschuss, dem Vertreter der Ärzte, der Krankenhäuser und der Krankenkassen angehören, beschlossen.

 

Grundsätzlich hat der Arzt die Möglichkeit eine Anleitung zur Medikamenteneinnahme zu verordnen.

Ziel der Anleitung ist es, den Patienten oder seine Angehörigen in Lage zu versetzen, die Medikamentengabe dauerhaft selbständig durchzuführen.

 

Die Anleitung kann bis zu zehnmal vom Pflegedienst durchgeführt werden.

 


 

Ist eine Anleitung nicht sinnvoll, so kann der Arzt die Medikamentengabe verordnen.

 

Dazu gehört

  • das Richten der ärztlich verordneten Medikamente. Das Richten der Arzneimittel erfolgt i.d.R. wöchentlich (mit Ausnahme flüssiger Medikamente wie Säfte und Tropfen) und umfaßt auch die Kontrolle, ob die Medikamente regelmäßig eingenommen wurden.
  • das Verabreichen von ärztlich verordneten Medikamenten, (z. B. Tabletten, Augen-, Ohren- und Nasentropfen, Salben, Tinkturen, Lösungen, Aerosole, Suppositorien)

Die Medikamentengabe ist nur verordnungsfähig bei Patienten mit

  • einer so hochgradigen Einschränkung der Sehfähigkeit, dass es ihnen unmöglich ist, die Medikamente zu unterscheiden oder die Dosis festzulegen oder
  • einer so erheblichen Einschränkung der Grob- und Feinmotorik der oberen Extremitäten, dass sie die Medikamente nicht an den Ort ihrer Bestimmung führen können oder
  • einer so starken Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, dass sie zu schwach sind, die Medikamente an den Ort ihrer Bestimmung bringen zu können oder
  • einer starken Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit oder Realitätsverlust, so dass die Compliance bei der medikamentösen Therapie nicht sichergestellt ist oder
  • entwicklungsbedingt noch nicht vorhandener Fähigkeit, die Leistung zu erlernen oder selbständig durchzuführen.

Dies muß aus der Verordnung hervorgehen.

 

Der Preis für eine Medikamentengabe richtet sich nach der Vereinbarung, die zwischen dem Verband LFK und den Krankenkassen geschlossen wurde. Er beträgt zurzeit 8,78 Euro pro Einsatz.

 

 

 



Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt

Wenn Sie unsicher sind bei der Medikamenteneinnahme oder Ihr Gesundheitszustand die Medikamenteneinnahme erschwert sprechen Sie Ihren Hausarzt an. Er wird mit Ihnen gemeinsam beratschlagen, welche Hilfen für Sie geeignet sind.

 

Scheuen Sie sich nicht, die Unterstützung eines Pflegedienstes zur Anleitung oder zur dauerhaften Hilfestellung in Anspruch zu nehmen.

 

Bedenken Sie, dass viele Stürze und Krankenhauseinweisungen auf Fehler in der Arzneimittelversorgung zurück zuführen sind.

Qualitätskriterium des MDK

Im Rahmen der jährlichen Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst (MDK) wird das folgende Kriterium geprüft und bewertet:

 

Entspricht die Medikamentengabe der ärztlichen Verordnung?

 

Dazu zählt die korrekte Verabreichung, d.h.

  • die richtige Form (Tablette, Zäpfchen, Kapsel,Tropfen)
  • die richtige Dosierung und Häufigkeit
  • die richtige Tageszeit (morgens, mittags, abends, vor/nach der Mahlzeit)

und die nachvollziehbare Dokumentation.

 

Hat der Arzt ein Medikament für den Bedarfsfall angeordnet, so muss schriftlich festgehalten sein:

  • wann
  • welches Medikament
  • in welcher Dosierung verabreicht worden ist.
 
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