Pflegegeld und Sachleistungen in der häuslichen Pflege

Ziel der Pflegeversicherung ist es, hilfebedürftigen Menschen und ihren Familien zu helfen, möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben im liebgewordenen Zuhause zu führen. Dabei wurden 3 prinzipielle Szenarien zugrunde gelegt.

 

Szenario 1

Ein Mensch ist pflegebedürftig und die Pflege kann nicht von Angehörigen oder anderen nahestehenden Personen erbracht werden. Der Betroffene ist darauf angewiesen, die Hilfen von einem zugelassenen Pflegedienst zu beziehen. Diese Leistung wird in der Pflegeversicherung Sachleistung genannt.

 

Szenario 2

Ein Mensch ist pflegebedürftig und wird von seinen Angehörigen und/ oder anderen nahestehenden Personen ehrenamtlich gepflegt. Der Betroffene verfügt also über ein soziales Netz. Um dieses soziale Netz nutzen und alle Hilfen organisieren zu können, unterstützt die Pflegeversicherung den Hilfebedürftigen mit Geld, das sogenannte Pflegegeld. Das Pflegegeld dient dazu, der Familie und Freunden Kosten zu ersetzen, die durch die Hilfeleistungen entstehen und sich im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erkenntlich zeigen zu können.

 

Szenario 3

Ein Mensch ist pflegebedürftig und die Familie kann einen Teil der Hilfen selbst leisten, für einen anderen Teil benötigt sie die Unterstützung durch einen Pflegedienst. Es liegt also eine Kombination aus ehrenamtlicher Unterstützung und professioneller Dienstleistung vor. Entsprechend wird eine "Kombi-Leistung" von Pflegegeld und Sachleistung gewährt.

 

Zum 1. Januar 2015 erhöhen sich die Leistungen der Pflegeversicherung für die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung.  Eine praktische Übersicht über alle Änderungen und Beträge hält das Bundesgesundheitsministerium als PDF-Datei zum Download bereit. 

 

Zur Übersicht des BMG

 

 

  

 

 



Wie wird die Kombi-Leistung berechnet?

Bei der Berechnung wird zunächst der Anteil der Sachleistung ermittelt.

 

Beispiel:

  • Sie erhalten Leistungen der Pflegestufe I.
  • Ein Pflegedienst kann maximal 468 Euro der Pflegekasse in Rechnung stellen.
  • Tatsächlich erbringt der Pflegedienst Leistungen in Höhe von 234 Euro pro Monat, also genau 50% des Möglichen.
  • Es bleiben also noch 50% über.

Jetzt wird der Anteil des Pflegegeldes errechnet.

 

In unserem Beispiel:

  • Für selbstbeschaffte Helfer stehen Ihnen maximal 244 Euro im Monat von der Pflegeversicherung zur Verfügung.
  • Da der Pflegedienst 50% erbringt und noch 50% übrig bleiben,
  • erhalten Sie 50% von 244 Euro, also 122 Euro Pflegegeld im Monat.
 
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